Es regnet. Das ist eigentlich das Motto meines Sydney Aufenthalts. Sydney ist eine tolle Stadt, keine Frage. Allerdings wurde mein Wunsch, noch einen Strandurlaub einzulegen bevor es in den deutschen Winter zurueckgeht, nicht erhoert.
Ich komme in Sydney an. Da ich fuer meinen Flug um 3h morgens aufstehen musste, 2h am Flughafen auf mein Shuttle zum Hostel und im Hostel 2h auf Zutritt zu meinem Zimmer warten muss, es in Sydney einfach nur schwuel-heiss ist und erste Gewittewolken aufziehen, ist meine Stimmung richtig im Keller. Dazu kommt noch Heimweh nach Neuseeland. Das Hostel liegt mitten im Rotlicht- und Diskoviertel. Es faengt an zu regnen. Ich mag Sydney nicht.
Am naechsten Tag ist alles besser. Joggen mit Sebastian (meinem Kommilitonen aus Wellington, der in Sydney 3 Monate verbringen wird) zum Opera House. Dann kommt auch Anne aus Melbourne angeflogen. Wir erkunden die Oper im Rahmen einer Fuehrung und loesen einige unserer abertausenden Voucher fuer Freigetraenke ein. Es regnet.
Der naechste Tag verheisst Strandwetter: ab zu Bondi Beach! Wir laufen entlang vieler toller Straende mit vielen gutaussehenden Menschen zu Coogee Beach.
In der Wildlife World warten Koalas und Kaenguruhs auf uns. Hier die Geschichte, wie das Kaenguruh (Kangoroo) zu seinem Namen kam: Die Europaer kamen nach Australien und wollten die einheimischen Namen fuer Pflanzen und Tiere erfahren. So fragte dann der Europaer den Aborigine, wie denn das huepfende Tier hiesse. Der Aborigine sagte: Kangoroo. Somit wurde das huepfende Tier als Kangoroo eingetragen. Nachher stellte sich heraus: der Aborigine hatte den Europaer nicht verstanden und hatte das auch gesagt. Kangoroo heisst naemlich: ich verstehe Dich nicht!. Somit heissen Kaenguruhs eigentlich: ich verstehe Dich nicht! und nicht: das huepfende Tier. Eine weitere (fuer mich neue) Information: Kaenguruhs leben eigentlich auf Baeumen! Es gibt immer noch kleine Baum-Kaenguruhs. Die Land-Kaenguruhs haben sich erst entwickelt nachdem ihre natuerlichen Feinde auf dem Boden verschwunden waren.
Es regnet. Wir gehen ins Aquarium. Das Krokodil verweigert sein Essen. Die Haie sind toll!
Es regnet. Wir
fahren in das In-Viertel Newtown. Wir gehen in eine Vorstellung des Grand
Cirque im Opera House. Schlangenmenschen, Durch-Reifen-Springer, Teller-Dreher
und vieles mehr! Einen kurzen Unterschlupf gewaehrt uns ausserdem das Museum of
Contempary Art. Abends findet das Sydney Festival mit einem Lichtspektakel im
Hafen statt.
Es regnet. Wir gehen auf einen Flohmarkt in Glebe. Abends gehts in die Clubs mit Sebastian und Sina. Das ist auch der einzige Weg guten Schlaf zu bekommen, da um unser Hostel jeden Abend Partylaerm bis 5h morgens ist und ich so auf 3-4h Schlaf pro Nacht komme.
Hm? Die Sonne scheint??? Yeah! Wir fahren nach Bondi Beach und schwimmen im Meer! Endlich!!!
Es regnet. Fuer unseren Ausflug zu den Blue Mountains war die Wettervorhersage gut. WAR! Wir fahren zu den beruehmten Blue Mountains, einer Landschaft mit blauschimmernden Waeldern. Blau wegen der verdampfenden Oele der Eukalyptusbaueme. Wir schauen auf die Bilder im Ausflug-Prospekt. Denn es ist so regnerisch, dass wir gerade mal 20m weite Sicht haben. Es ist kalt, aber der Bus warm und der Tourguide nett. Der Weg zu den wilden Kaenguruhs ist ueberflutet und nicht passierbar. Auf dem Rueckweg nehmen wir das Boot Richtung Sydney Hafen. Es regnet.
Der Sonnenschein lockt uns nach Manly, einem Stadtteil gegenüber der City. Dort könnten wir es doch glatt noch länger als einen Tag aushalten, wenn wir die Zeit hätten...
Anne verlässt mich und ich strecke mich am Coogee Beach noch einmal aus. Mein letzer Abend in Sydney beschert mir wunderschöne Sonnenuntergangsstimmung, Open-Air-Kino, eine laue Sommernacht und Musikfetzen, die vom Björk-Konzert vor dem Opera House herüberwehen. Ein perfekter Abschied. Jetzt mag ich Sydney doch ganz gerne.
Hm, es könnte jetzt der Kommentar kommen, der ein grandioses Jahr zusammenfasst. Ich denke, meine Einträge sagen genug aus. Schade, daß es vorbei ist! Nicht eine Sekunde Reue, daß ich es gemacht habe! Daher ein dickes Danke an meine Eltern, die es mir ermöglicht haben, meinen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen!
Nach all diesen traurigen Abschiedsfeiern in meiner letzten Woche in Wellington (ich werde zwar noch 2 Tage dort verbringen, aber zum Verabschieden kaum Zeit haben) fuhr ich mit der Faehre auf die Suedinsel. Schon wieder? werdet ihr fragen. JA! Weil es dort einfach unglaublich schoen ist. Wenn ihr die Bilder seht, werdet ihr nicht mehr fragen. Philipp holte mich ab und wir fuhren nach Kaikoura. Dort dachten wir eigentlich an Delphinschwimmen. Bei mir hatte es ja nicht geklappt im April und Phillip hatte es noch nie versucht. Allerdings war es graugraugrau in Kaikoura und nach einer Nacht in einem ollen Hostel und ohne Wetteraenderung beschlossen wir nach Hanmer Springs weiterzufahren. Dort gibt es ein Thermalbad mit Temperaturen bis 41 Grad. Das war auch unser erstes Ziel: hinein ins warme Wasser! Am naechsten Tag liefen wir einen Berg hoch zu einem Wasserfall. Nichts berauschendes, aber ein gutes Aufwaermtraining fuer kommende Wanderungen. Fuer den naechsten Tag hatte sich Stef angekuendigt und wir nutzten die Zeit bis dahin fuer die Suche nach dem perfekten Lookout auf Hanmner und Umgebung.
Wir machten einen kurzen Zwischenstop in Christchurch, den ich, da Boxing Day war, dazu nutzte, eine NEUE KAMERA zu kaufen. Ich kann echt nicht mit ansehen, wie andere Leute Fotos machen und ich steh daneben ohne Kamera. Am Boxing Day gibts vieles fuer die Haelfte, da die Leute nach Weihnachten wieder Geld in der Tasche haben und so konnte ich auch einen guten Deal abgreifen. Waehrend der halben Stunde, die ich in der Schlange zur Kasse stand, hatte ich endlich ein Gefuehl von Weihnachten, das mir die ganze Zeit ueber vorher gefehlt hatte :-)
Weiter gings nach Twizel in der Naehe von Mt Cook. Wir fanden ein suesses Hostel auf einer Farm mit Blick auf die Berge und supernetten Gaesten. Ein Maedel stellte fest, dass sie Stef schon aus Wellington kannte. Sie hatte Stef vor 1,5h in einer Bar gefragt, ob sie ihr Handy benutzen kann. Ich stellte fest, dass ich sie aus dem Fitnessstudio kenne. Andere Gaeste waren aus Wellington oder Umgebung. Es war wirklich witzig, Verbindungen zu entdecken.
Unser Plan war eine Wanderung auf Ben Ohau, der "windige Berg" am Lake Ohau. Da Stef nicht nach dem Weg fragen wollte, fuhren wir erstmal irre lang zu dem Start des Tracks. Der Weg fuehrt auf einen Bergsattel und weiter auf die Spitze. Auf dem Sattel angekommen - oder auch hochgekaempft gegen den Wind - fing es an zu Regnen und wir mussten den Rueckweg einschlagen. Den Rest des Tages verbrachten wir mit den anderen Hostelgaesten lesend im Wohnzimmer mit offenem Kamin.
Auf dem Weg nach Queenstown dann stoppten wir bei den Clay Cliffs. Stef war total begeistert, da sie aehnliche Felsen schon in den USA gesehen hatte.
In Queenstown organisierten wir schnell unsere bevorstehende 5 Tages Wanderung. Ich lieh mir Wanderstoecke und Rucksack aus und kaufte mein Mittagessen fuer die naechsten Tage: One Square Meal. Ein Muesliriegel mit 30% von allem, was der Mensch so taeglich braucht. Ok, aber nach 4 Tage kann man es nicht mehr sehen.
Unser Hostel war das gleiche, in dem ich mit Anne schon war: Kinloch Lodge. Unser Track sollte in Glenorchy starten und in Paradise enden. Stef wollte aber schon vorher ins Paradise. Wir sahen Schafe und Berge. Nachdem wir Paradise gesucht, jedoch leider nicht gefunden hatten, verbrachten wir den ganzen Abend mit Packen.
Und jetzt der Hoehepunkt meine letzten Suedinselreise! Nicht zu toppen! Einmalig und unglaublich!
Der....~Trommelwirbel~...REES DART TRACK!!!
Meine kurzen Kommentare hierzu:
SUPER TRACK
(nicht zu einfach - Flussueberquerungen, supersteiles Hoch- und Runterlaufen -,
wenige Touristen unterwegs - fast nur Kiwis, hab nur einen Deutschen getroffen! - ,
schoen lange - 6-8h pro Tag laufen -,
staendig grandiose Aussichten - man laueft durch Graslandschaft anstatt durch Waelder -,
tolle Huetten mit top Ausstattung)
SUPER UMGEBUNG (man kann es nicht besser haben: schneebedeckte Berge, Fluesse, Wasserfaelle, Urwald, Gletscher, Keas)
SUPER LEUTE (wir haben uns auf den Huetten kennengelernt, endlos gequatscht, Schach gespielt, Sylvester zusammen gefeiert, zusammen gelacht und schliesslich Email-Adressen ausgetauscht)
Ich fuehle mich jetzt wie ein kleines Kind, das schreit: NOCHMAL
Wir erholten uns einen Tag in Queenstown und trafen noch zwei Mitwanderer zum Abendessen. Dann ging es wieder in Richtung Mt Cook, diesmal wirklich ganz nah an den Berg ran. Wir schlugen unser Zelt mit Sicht auf den Berg auf. Das ist schon etwas Besonderes, auch wenn es nachts furchtbar kalt im Zelt wurde. Wir bestaunten ihn bei Sonnenuntergang, in der Nacht und am Morgen und wurden mit einem wolkenlosen Himmel belohnt. Normalerweise ist die Bergspitze naemlich immer in eine Wolke gehuellt.
Nach einem Blick auf den Tasman Glacier ging es naeher an Mt Cook heran. Wir hatten von einem Mitreisenden einen Tip bekommen, wie man die beste Sicht auf den Berg hat. Die Wanderung fuehrt durch das Hooker Valley. Waehrend alle Touristen links vom Fluss laufen, schlugen wir den Weg rechts vom Fluss ein. Auf einmal fanden wir den Track nicht mehr. Stef meinte, er wuerde ansteigen und ginge in einiger Hoehe ueber dem Tal entlang. Wir standen vor einem entlosen Steinberg. Alles lose Steine, die irgendwann mal runtergekullert und dort liegengeblieben waren. Waehrend Stef einfach drueberwanderte, machte ich mir Gedanken ueber losloesende Steine und ueber mich, bedeckt von einer Steinlawine. Ich suchte mir daher meinen Weg am Rand der Steine. Ins Tal konnten wir nicht, da tausend stachelige Pflanzen im Weg waren. Irgendwann holte ich Stef dann ein, schob meine Gedanken an etwaige Gefahren an die Seite und wagte mich auch auf die Steine. Wir hatten eine tolle Aussicht auf Mt Cook von unserem sehr exklusiven Ausblick, die "regulaeren" Wanderer weit unter uns. Und ja, wir sind heile zurueckgekommen. Nur die stacheligen Pflanzen haben ihre Marken auf meinen Beinen hinterlassen. Wir haben dann entschlossen, dass der Track, den wir von oben dann auch sehen konnten, viel zu langweilig gewesen waere :-)
Nun bin ich in Christchurch in einem Hostel am Meer und geniesse es, ein paar Tage allein zu sein und zu organisieren. Ein paar Sachen, die ich nicht mehr brauche, sind schon bei der Heilsarmee. Meine 20kg sind sowieso gesprengt, aber es ist noch Wegwerf- bzw Recyclepotential unter all meinem Kram vorhanden.
Falls ihr Euch wundert: wann kommt sie denn endlich mal heim?
Ich fliege am 13.1. nach Sydney. Von dort am 24.1. nach Frankfurt. Ankunft in Frankfurt am 25.1. Meine Ma und meine Schwester holen mich ab, das find ich schon mal superklasse :-))
Tja, und dann bin ich wieder zurueck in Spenge. Heyho! Oder so...;-)
Mit Fotos-Hochladen wird es eventuell bis dahin dauern, sorry.
...wuensche ich allen ein
FROHES UND BESINNLICHES FEST
und
EIN GESUNDES UND GLUECKLICHES NEUES JAHR!!!!
Ich bin zur Zeit in Hanmer Springs und werde morgen zu einer 2-Tages Wanderung im Lewis Pass aufbrechen. Danach planen Stef und ich Wanderungen um Wanaka (2 Tage: Trip zu Mt Aspiring) und Queenstown (4 Tage Rees-Dart-Track) bevor wir dann ueber Mt Cook zurueck nach Christchurch fahren. Von dort gehts mit dem Flieger zurueck auf die Nordinsel.
Ich darf mich jetzt meinem Namen offiziell LL.M. anhaengen! Das Ziel 2007 ist also geschafft :-) Meine formelle Graduation bestand aus einem 2 Tages Programm.
Am Tag meiner Rueckkehr aus dem Urlaub musste ich zunaechst meinen Talar und Hut in der Uni ausleihen. Wir hatten schon Monate vorher die Ausleihformulare ausgefuellt. Unter anderem wollte die Uni wissen, welche Kopfgroesse man hat. Tja, so etwas steht nicht im Reisepass. Also hiess es: ausmessen! Die anderen Annes, Andrea und ich hatten somit eine nette Abwechslung zu unseren Uni-Arbeiten indem wir in unserem Uni-Computerraum ein Geschenkband um unsere Koepfe wickelten, um es nachher mit Lineal abzumessen. Soviel also zu den Ausleihvorbereitungen. Mein Talar selbst war jedenfalls im besseren Zustand als die Staatsanwaltsroben, die ich im Referendariat tragen musste. Dazu gabs noch eine Kapuze in hellblau. Die Farbe steht fuer unsere Jura-Fakultaet. Die Kapuzenvarianten sind "nur hellblau" fuer Master, "hellblau mit weissem Fell" fuer Bachelor und "hellblau mit weissem Rand" fuer Honours (das sind die Bachelor Studenten mit den besten Abschluessen). Mein Hut passte auch. Am liebsten waere ich in dem Aufzug gleich nach hause gelaufen.
Am ersten Tag der Graduation wurden wir Master of Law Studenten zunaechst von unserer Fakultaet zu Tee und Haeppchen eingeladen. Wir waren nur ca. 8 Leute, da andere Studenten entweder schon wieder im Heimatland weilten oder noch nicht fertig waren mit ihren Uni-Arbeiten. Eigentlich benoetigt der Abschluss ja ein Jahr und nicht 9 Monate, aber man kann die Kurse auch in zwei Trimester statt drei packen. Nach einer kurzen Rede stuerzten wir uns alle auf das Essen und kamen so zufrieden und satt mit anderen Juraabsolventen fuer ein Foto vor der Law School zusammen.
Der Strassenumzug aller Absolventen startete auch an der Law School und so sah man 100e von frisch gebackenen und stolzen Absolventen mit ihrer Familie dort warten. Der Umzug fuehrte durch die Hauptgeschaeftsstrasse - fuer den Verkehr gesperrt - zum Rathaus. Wir liefen hinter dem Schildtraeger fuer Jura hinterher. Die Ankuendigung der einzelnen Fakultaeten per Schild war sehr praktisch, da die Strassen gesaeumt waren mit Familien, Freunden und Kollegen der Absolventen, die darauf warteten, dass diejenige Person vorbeikommt. Dann wurde geklatscht, gejubelt und es wurden Blumenstrauesse ueberbracht. Meine Mitbewohnerin Kate wartete vor der Apotheke, in der sie arbeitet, und klatschte fuer mich, yeah! :-) Aber ehrlich: das waren sehr bewegende Momente fuer mich waehrend dieses Umzugs! Die ganze Stadt honoriert, dass Du etwas geleistet hast und dass ein Uni-Abschluss etwas besonderes ist. Gerade fuer die Leute mit einem ersten Abschluss ist es wichtig zu sehen, dass sie ernst genommen werden. Sehr schade, dass so etwas nicht zur deutschen Tradition gehoert!!!
Wir kamen dann vor dem Rathaus zusammen, wo die Buergermeisterin eine Rede hielt. Zum Schluss gab es Konfetti aus der Kanone und wir feierten uns selbst mit Sekt.
Am naechsten Tag eilten Stef und ich mit unseren Roben durch die Stadt zur Kongresshalle am Rathaus. Wir fuehlten uns richtig gut, da uns alle Passanten anschauten. Vor dem Saal wurden wir dem Alphabet nach aufgestellt, vor mir ging eine in rot gekleidete LL.M. Absolventin. Warum rote Robe? Sie hatte ihren Doktor schon in einem anderen Fach gemacht und erschien mit ihrer Doktorwuerdenrobe. Unsere Huete mussten wir allerdings zunaechst in den Haenden halten, da sie erst aufgesetzt werden duerfen, wenn der Zeremonienmeister erklaert: hiermit seid ihr graduiert. Ist also ein bisschen wie Kirche. Wir Absolventen sassen genau vor der Buehne, die geladenen Gaeste (sprich Familie, Freunde) im oberen Rang. Auf der Buehne sassen die Vertreter der jeweiligen Fakultaeten, alle in ihren speziellen Doktor-, Professor- und was es sonst noch gibt- roben. Manche davon aus anderen Laendern.
Nach einem Haka
und ein paar Reden wurden wir dann endlich graduiert! Es ging zur Verleihung der Abschluesse: zunaechst die Doktoren mit kurzer Praesentation der jeweiligen Doktorarbeit waehrend die Uni-Mitarbeiter zur Anerkennung der Leistung aufstanden. Schliesslich waren wir an der Reihe. Man sitzt da und guckt sich die 50 Leute vor einem an. Denkt: nee, so werd ich nicht auf die Buehne laufen, nee, so werd ich nicht die Hand schuetteln. Dann ist man auf einmal selbst dort und weiss nichts mehr. Ich klammerte mich an mein Zertifikat und konnte nicht mehr aufhoeren zu grinsen. Nach dem Singen der Neuseeland Hymne, des "Gaudeamus" und einem kurzen ungeplanten Haka aus den Reihen der Zuschauer landeten wir im Foyer, wo sich die im Saal getrennten Gruppen zum Sturm auf das Buffet mischten.
Das Werfen von Hueten ist uebrigens nicht Tradition in Wellington wegen Verletzungsgefahr. Stand auch eingenaeht in unsere Huete. Wir haben uns nicht dran gehalten.
Wie man sich denken kann wurde dann der restliche Tag feuchtfroehlich mit Sekt begossen. Es bedeutete auch ein Zusammenkommen mit Freunden fuer ein letztes Mal.
Mit dem Flug von Auckland nach Christchurch wechselte ich auch meine Reisepartnerin. Belinda flog mit ihrem Freund nach Fidji und Anne wartete in Dunedin darauf, dass ich auf die Suedinsel komme.
Die Flugzeugcrew war sehr entspannt und witzelten die ganze Zeit am Mikrofon rum. Ich aergerte mich nochmals, dass die Kamera kaputt war, da ich von meinem Platz aus eine super Sicht auf die Inseln hatte.
In Christchurch wurde ich von Daniela und Sascha abgeholt und zu lecker BBQ eingeladen. Das war mal eine tolle Abwechslung zum Hostelkochen und mein erstes BBQ seit ueber 1 Jahr. Ich hab dementsprechend zugelangt :-)
Am naechsten Tag gings mit dem Bus nach Dunedin. Der unspektakulaere Ritt bei 28 Grad und Sonnenschein dauerte 7 Stunden, zum Glueck hatte ich die Rueckbank fuer mich alleine und den National Geographic an meiner Seite. Anne begruesste mich in Dunedin mit einem vollen Auto: sie hatte schon Proviant eingekauft und reiste mit 2 Koffern, mehreren Tueten und Rucksack rum. Das ist der Luxus eines eigenen Autos :-)
Wir fuhren in die Catlins, der suedlichsten Region auf der Suedinsel. In Purakaunui fuehrte uns unser Weg zu den Gluehwuermern am Ufer des Purakaunui Wasserfalls. Da es stockdunkel war, liefen wir mit Taschenlampen umher. Mit dem Ziel, ein Wuermchen zu fotografieren, liefen wir die Uferboeschung nach dem perfekten Bild ab: Auf einmal rutschte ich einen Abhang runter und stand mit meinen Fuessen im Wasser! Der Fluss...ich hatte irgendwie den Abgrund nicht gesehen. Abgesehen vom Kontakt mit Dreck und Wasser war bei mir aber alles in Ordnung. :-)
Weiter gings dann Richtung Curio Bay, wo der Lonely Planet uns Seeloewen, Delphine und Pinguine, ja sogar Wale!, versprochen hatte. Hm. Ich bin diese Bay abgelaufen und habe NICHTS gesehen. Cool waren dafuer der McLean Wasserfall und die Cathedrale Caves, die nur bei Ebbe zugaenglich sind.
Anne machte mir dann abends ein supertolles Geschenk: ich bin jetzt in Besitz eines Greenstone-Anhaengers! Solch ein Anhaenger hat eigentlich jeder Kiwi, zumindest Maori, und darf nicht selbst gekauft werden, sondern muss ein Geschenk sein.
Wir verliessen die Catlins in Richtung Nordwesten und quartierten uns in Te Anau ein. Ein Tag verbrachten wir im Milford Sound und liefen auf den Key Summit (919m). Der Berg ist Teil des Routeburn Tracks, allerdings nur ein Seitenweg, den ich damals nicht mit Vanessa gewandert bin. Von dort hatten wir eine hervorragende Sicht auf die Umgebung.
Abends brachte der Zufall Esther, mit der wir in Wellington studierten hatten, in unser Hostelzimmer. Mal wieder ein Zeichen dafuer, wie klein NZ ist...
Zum Doubtful Sound ging es am naechsten Tag. Die Wolken hingen grau und tief, der Wind war ziemlich stark. Nicht gerade das perfekte Wetter fuer einen Kayakausflug. Der Doubtful Sound ist schwieriger zu erreichen als der Milford Sound und ist daher weniger touristisch erschlossen. Es ging zuerst mit dem Boot ueber Lake Manapouri. Der Wind peitschte und wir sahen Regenboegen. Wieder an Land zogen wir Neoprenanzuege und Regenjacken an. Es ging mit dem Bus weiter (durch den Regen). Am Sound stiegen wir auf ein weiteres Boot, das die Kayaks mittransportierte. So konnten wir zunaechst mit dem Boot an windgeschuetztere Stellen fahren, damit das Kayaken nicht zu gefaehrlich wird. Leider war das Boot selbst nicht windgeschuetzt und so froren Anne und ich uns den A... ab. Es gab auch keine Moeglichkeit sich durch Bewegung aufzuwaermen, da wir 10 Personen uns staendig selbst im Weg standen.
Auch bei diesem Trip hiess es vorher: alles ist moeglich: Pinguine, Delphine, Robben. Wir hatten kein Glueck. Was jedoch total klasse war, waren die Wasserfaelle, die der Regen schuf. Dort, wo vor einigen (trockenen Tagen) nur Rinnsale waren, schoss das Wasser die mehrere 100 m hohen Berge runter. Sehr faszinierend. Und dann das Unglaubliche: nach einigen Minuten in den Kayaks kam die Sonne raus, die See wurde ruhig und wir hatten eine perfekte Zeit auf dem Wasser!
Wir verliessen Fiordland um die naechsten Tage in und um Queenstown zu verbringen. Nachdem wir einen Tag auf Aktivitaeten verzichtet hatten, da Anne und ich das Gefuehl hatten, uns eine Erkaeltung im Doubtful Sound geholt zu haben, nutzten wir das mal wieder unverschaemt gute Wetter fuer unsere individuellen Favoriten: waehrend Anne die Aussicht auf Queenstown im Hangglider genoss, kraxelte ich auf Ben Lomond (1750m) und hatte einen Panoramablick auf die umliegenden Berge.
Wieder unten fuhren wir nach Kinloch, einem Nest bestehend aus unserem Hostel und...ja das wars glaube ich schon. Mit den Israelis auf unserem Zimmer spielten wir Karten, mit den Golden Retriever Hunden des Hostelbesitzers gingen wir spazieren oder wir lagen draussen im Hot Pool mit Blick auf die Berge und Lake Wakatipu.
Auf dem Weg nach Wanaka spazierten wir in Glenorchy an der Grand Lagoon.
In Wanaka war es heiss und wir suchten Abkuehlung auf dem Wasserfahrrad, eine Art Tretboot, auf Lake Wanaka.
Abends hatten wir unser eigenes BBQ-Dinner und Sternenhimmel. Am Tag danach fuhren wir zum Rob Roy Glacier, der am Ende einer 30km Schotterstrasse mit mehreren Flussueberquerungen liegt. Anne war verstaendlicherweise nicht sehr erfreut ueber diese Strecke, aber es war die Anstrengung wert. Der Gletscher war absolut fasziniered. Wir sahen Lawinen und meterhohe Wasserfaelle.
Am naechsten Tag verliessen wir Wanaka und machten uns auf den Weg zum Franz Josef Gletscher an der Westkueste. Wir hatten den Tip bekommen, am Monro Beach nach Pinguinen Ausschau zu halten. Normalerweise kommen Pinguine waehrend der Daemmerung aus dem Wasser und gehen zurueck zu ihren Nestern am Strand. Hier hatten wir jedoch das Glueck, mitten am Tag diese tollen Tiere beobachten zu koennen.
Anne und ich waehlten unterschiedliche Wege, um auf den Franz Josef Gletscher zu kommen. Waehrend Anne mit dem Helikopter hochflog und dort 2h auf dem Eis verbrachte, lief ich vom Fuss des Gletschers bis oberhalb des "Wasserfalls" - nicht wirklich ein Wasserfall, aber sehr interessante Eisformationen - fuer ca. 7h. Es war eigentlich schoen warm, da wir Muetze, Handschuhe, Ueberhose und Jacke, sowie Wanderschuhe, -SOCKEN und - spikes gestellt bekamen. Ausserdem war ich in der ersten Gruppe, der "Abenteurergruppe" unterwegs. Dass heisst: waehrend langsame Gruppen mehr auf Fotos schiessen auswaren, liefen wir - es war wirklich fast ein Laufen, soweit es die Spikes zulassen - den Gletscher hoeher als die anderen. Nur waehrend der Mittagspause mitten im Eis, ohne Sonne aber mit mittlerweile nassen Handschuhen wurde es etwas kalt. Eine tolle Erfahrung war es fuer Anne und mich auf jeden Fall!
Auf unserem Weg nach Hokitika sah ich dann endlich mal einen Kiwi ;-)
Wir suchten nach Gold in Ross, leider ohne Erfolg! Mit unserer Goldpfanne filterten wir die Sedimente am Grund des Flusses. Ausser falschem Gold haben wir nur die laestigen Sandflies (= gemeiner als Muecken) gefunden.
Wir fuhren zum letzten Etappenziel: Abel Tasman National Park!
Nach einem Tag durch den Park laufen und am Strand relaxen wurde die Vorfreude immer groesser: Unsere Kajaktour war gebucht, fehlte nur noch der 3. Mann im Boot: Matt! Er wurde feierlich mit einem BBQ begruesst. Vorher hatten wir noch zufaelligerweise unsere Freunde Sebastian und Sina aus Wellington getroffen. Die werden auch in unserem Hostel in Sydney mit uns wohnen. Wie gesagt...NZ ist klein! Die beiden erzaehlten von ihrem Kajaktrip: bei dem Versuch, an Land zu paddeln waren alle 3 Kajaks gekentert, da die Wellen sehr hoch waren und sich genau ueber dem Boot brachen. Alle hatten Sonnenbrillen und Huete verloren, eine Frau sogar ihre Kamera. Also wussten wir schon, das wird vielleicht kein Zuckerschlecken. Auf den Fotos sieht das Wasser im Abel Tasman so ruhig aus wie auf einem See, obwohl es offene Meereskueste ist.
Mit in unserer Kajak-Gruppe war dann noch Mala aus Frankreich. Eigentlich sollte sie mit ihrem Mann in Neuseeland sein als Teil einer einjaehrigen Weltreise. Sie reist jedoch seit einigen Wochen alleine herum, nachdem sie sich eine Woche nach ihrer Hochzeit in Indien von ihrem Mann getrennt hat. So waren wir 4 Teilnehmer und eine Kajakfuehrerin am ersten Tag. Es ging zunaechst bei 2m hohen Wellen von Marahau nach Anchorage. Ich fands sehr lustig! Das Kajak war superstabil und machte keine Anstalten umzukippen. In Anchorage schliefen wir auf einem Hausboot. Die Wellenbewegung des Schiffes wiegte uns in den Schlaf in unseren Minikojen. Am naechsten Tag paddelten wir dann alleine in Richtung Onetahuti Beach, vorbei an Seehund-Kolonien, Pinguinen und wunderschoenen Lagunen.
Hier eine kurze Uebersicht ueber meine bisherigen Stationen seit dem 13. November:
Wellington - Napier/Hawkes Bay - Wairoa - Gisborne - Eastcoast - Tauranga - Auckland - Christchurch - Dunedin - the Catlins - Invercargill - Te Anau/Milford Sound/Manapouri/Doubtful Sound - Queenstown - Glenorchy/Kinloch - Wanaka - Franz Josef Glacier - Hokitika - Motueka - Abel Tasman - Nelson - Picton - Wellington
Mit der Queen - Belindas Auto hat nur ein Kassettenabspieler und beim Kauf des Autos gabs eine Kassette gratis dazu: The Queen. Daher heisst das Auto die Queen. Sie stellt sich auch manchmal ganz schoen an. Vor allem am Berg. Die Kassette haben wir dann auch so ungefaehr 100 mal gehoert, da das Radio versagte - fuhren wir zunaechst nach Napier. Unser erster Halt in Greytown fuer eine Kaffeepause war dann auch der Moment des Schocks fuer mich: meine Kamera sprang (und springt) nicht mehr an. Das heisst: mein gesamter Urlaub wird mit Fotos anderer Leute (Belinda und Anne) bestueckt, und das natuerlich erst nachtraeglich. Sorry guys!
Auf dem Weg nach Napier machten wir einen Umweg zum Castle Rock, einem Kliff mit wunderschoener Kuestenlandschaft. Die Sonne zeigte sich sogar stellenweise und ich fing an, so eine Art Urlaubsgefuehl zu entwickeln.
Bei einem weiteren kurzen Stop mussten wir feststellen, dass eine gruene Fluessigkeit in den Beifahrersitzraum geflossen war. Zum Glueck war es nur die Wagenheizungsfluessigkeit. Ein netter Tankwart stoepselte kurzerhand den Heizungskreislauf aus und wir konnten weiterfahren. Genug also an Hindernissen am ersten Tag!
Napier ist beruehmt fuer Art Deco Stil. Da die Stadt in den 1930ern durch einen Erdbeben zerstoert wurde, wurde das gesamte Zentrum wiederaufgebaut und die Stadtvaeter entschieden sich fuer diese Stilart. Napier ruehmt sich daher, die weltgroesste Ansammlung von Art Deco Gebaueden zu besitzen. Die obligatorische Stadtfuehrung machten wir dann am Mittwoch morgen. Es war so windig, dass wir die Praesentationen fast nicht verstanden. Aber das sind wir ja von Welli gewoehnt. Da Hawkes Bay eine Weingegend ist, hatten wir auch eine Fahrradtour mit Weinprobe geplant, aber der Regen lud nicht dazu ein. Daher fuhr Belinda zum Weingut, ich durfte probieren :-) Mit uns im Weingut Matariki war eine Gruppe, die schon vier andere Weinproben hinter sich hatte. Dementsprechend unterhaltsam war unser Nachmittag.
Am naechsten Tag wanderten wir zu einer Toelpel-Kolonie (Cape Kidnappers Gannet Colony), immer am Strand entlang. Dieser Weg ist nur bei Ebbe zugaenglich. Abends ging es noch an den Strand und ich konnte endlich mal barfuss ins Wasser :-)
Dann gings nach Wairoa, das auf dem halben Weg nach Gisborne liegt. Im Hostel hatte man unsere Betten anderen Leuten gegeben und wir wurden im Haus der Hostelbesitzer untergebracht. Zwischen Elternschlafzimmer und Kinderschlafzimmer. Da das Hostel auf einer Farm liegt, gab es frische Bioeier. Wir durften auch frische Muscheln probieren und mit der Tochter einen dummen amerikanischen Film gucken. Wir wanderten am Lake Waikaremoana, allerdings war das Wetter mal wieder nicht perfekt. Daher lagen wir nachmittags faul auf dem Zimmer und lasen in unseren Buechern. Der naechste Tag brachte Sonne und wir liefen durch den Sand auf der Mahia Halbinsel. Gisborne sah aus wie eine Urlaubsstadt: ueberall kurze Klamotten, Sonne, Palmen, relaxte Menschen.
Von Gisborne bis Whakatane erstreckt sich das Eastcape mit nur wenigen Doerfern, die im Vergleich mit Rest-NZ die hoechsten Anteile an Maori-Einwohnern haben. Es war schwerer, Telefonzellen und Tankstellen zu finden. Dafuer wird man mit wunderschoenen leeren Straenden belohnt. Unser erster Halt war Tokomaru Bay. Von unserem Raum hatten wir Blick aufs Meer und auf den Sonnenaufgang am fast oestlichsten Ort der Suedhalbkugel.
Zum tatsaechlich oestlichsten Punkt, dem East Cape Leuchtturm fuhren wir am naechsten Tag.
In Opotoki wohnten wir direkt am Strand. Ich nutzte die Gelegenheit fuer einen Barfuss - Morgenlauf. Ausser mir gab es nur die sich im Wasser spiegelnden Sonne. Ein perfekter Moment.
Weiter gings ueber Whakatane und Tauranga nach Auckland. In Auckland trafen wir uns mit Vera zum Fruehstuecken und streunten durch die Geschaefte bevor mich Belinda zum Flughafen brachte.
Der Movember hat angefangen und fuer mich heisst es: see you, Wellington!
Genau, MOvember! Mo wie moustache, also Schnurrbart. Jedes Jahr im November gibt es naemlich folgende Aktion: die Maenner suchen sich Sponsoren fuer die Prostatakrebs Stiftung. Am 1. November wird das Gesicht komplett rasiert und in den naechsten Wochen wird der Bartwuchs in der Oberlippenregion nicht gestoert. Das Ziel ist es, die zahlreichen Awards fuer den besten Schnurrbart (Unterkategorien: Tom Sellek, Clark Gable, etc.) zu gewinnen. Und natuerlich Spendengelder zusammenzubekommen. Denn die sind sozusagen Schmerzensgeld fuer das geplagte nahere Umfeld von Oliba-Traegern. Mein Plan wird es sein, ein paar Examplare auf Foto festzuhalten... :-)
Die Stadt veranstaltet jedenfalls ein grosses Feuerwerk im Hafen zur Erinnerung an Guy Fawkes, der versuchte, das britische Parlament mit Sprengstoff hochzujagen. Die ganze Stadt versammelt sich auf den umliegenden Huegeln um den besten Blick auf das Spektakel zu erhaschen.
Diese Woche war ansonsten superstressig. Am Montag abend kam mein Supervisor im Kartellamt an mit der Idee, ich solle ein Discussionpaper fuer das Amt schreiben. Heisst: Ich schreibe ueber Optionen fuer eine Aenderung der Kronzeugenregelung, bringe Pro- und Contraargumente und das bitte kurz und knapp, damit es schnell mal eben durchgelesen werden kann von den Juristen und Kartelermittlern dort. Dazu bitte noch einen Fragebogen erstellen und eine Zusammenfassung aller Dokumente inklusive Quellen als eine Art Agenda. Schoen, dass ich dafuer nur 4 Tage Zeit hatte/habe. Heute (Sonntag) war ich noch schnell im Buero zum kopieren und schreiben, denn morgen ist mein letzter Tag und ich hab immer noch nicht das Gefuehl, ich werde mit allem fertig sein. Naja, und nach dem Amt noch 2-3h am Unipaper sitzen, das waren so meine letzten Tage hier. Aber: das Unipaper ist seit Freitag abend abgegeben! Ich habe nur noch morgen Praktikum! Und dann gehts endlich raus hier!!!! :-)
Gestern bin ich aus meinem Zimmer aus- und ins Gaeste"zimmer" (mehr Kammer) auf dem Dachboden gezogen. Meine tollen Pauashells muss ich leider hierlassen, der Zoll wuerd sie mir sonst sowieso wegnehmen. Da hab ich sie lieber Matt geschenkt.
Eben hatte ich noch ein Abschiedskaffeetrinken mit meinen Mitbewohnerinnen, draussen natuerlich bei dem tollen Fruehlingswetter :-) Und wie angekuendigt wird ab Dienstag mein Urlaub losgehen: 2 Tage Napier, 2 Tage Wairoa, dann ueber Gisborne nach Whanaka und Auckland. Wir haben viele Wanderungen eingeplant, mit dem Fahrrad zu Winzern fahren und natuerlich Gammeln am Strand!
Eigentlich sollte ich ja am Wochenende fuer mein Paper lernen wie ich bereits angekuendigt habe. Das ist auch mein Plan fuer die naechsten zwei WE, aber das vorherige habe ich dann doch lieber im Mount Taranaki verbracht. Stef und ich hatten den Trip organisiert und dachten eigentlich an ein Schnuppertramping fuer Leute an der Uni, die noch nie so etwas gemacht haben. Erst waren auch viele begeistert, allerdings kam der Plan, vier ganze Tage wegzufahren, dann doch nicht so gut an wegen Uni-arbeit oder Geldmangel oder was auch immer.
Am Ende
waren wir dann zu viert, was die Organisation natuerlich viel einfacher machte.
Meine Mittramper:
Stef (Anwaeltin und ehemals Stadtplanerin, in Korea geboren, in den USA und Korea aufgewachsen, seit 12 Jahren in NZ), Naomi (Jurastudentin, halb Japanerin-halb Britin mit britischem Pass, aufgewachsen im Jemen, Oman und NZ) und mein Kommilitone Philip aus Stuttgart/Berlin. Am Freitag mittag quetschten wir uns in Stefs Autochen und machten uns nach einem Gross-Gourmet-Einkauf auf den Weg nach Taranaki. Die anderen sind naemlich ausgesprochene Feinschmecker, da kann man mit einem einfachen Sandwich keine Begeisterung entwickeln - ich hatte auf der Suedinsel 2 wochenlang als Lunch die praktisch immergleiche Kombi auf dem Sandwich. War auch ok. - Die Gespraeche drehten sich dann auch teilweise stundenlang um gutes Essen, wo man das beste Haehnchen/Curry/Pizza, etc in Wellington bekommt, wie man am Besten dies und jenes kocht und was in Japan/Korea am Besten schmeckt. Ueberhaupt war Asien und die Unterschiede zum westlichen Lebensstil das Hauptgespraechsthema, sehr interessant!
Ich war ja schon seit Tagen total scharf auf den Trip, aber unsere Jubelschreie begannen erst, als wir den Berg zum ersten Mal sahen: majestaetisch, von keiner einzigen Wolke verhuellt. Mt Taranaki wird auch oft mit dem Fuji in Japan verglichen. Vielleicht wurde deswegen der Film „Der letzte Samurai“ dort gedreht.
Den Sonnenuntergang genossen wir dann in Hawera mit Blick auf das Meer.
Spaet kamen wir dann im Camphouse an, das genau am Startpunkt des Tracks liegt. Die Meisterkoeche bereiteten Spaghetti Carbonara zu, allerdings a la Jamie Oliver. Ich durfte schnippeln... : )
Am naechsten Morgen: ein paar Wolken am Berg, aber hauptsaechlich Sonnenschein!
Los gings,
spaeter durch Schnee(reste/matsch), ueber einen Auswasch und ausgetrocknete
Bachlaeufe.
Wir hatten geplant, bis zur Pouakai Hut (Huette) zu laufen, allerdings meinte die lokale Infostelle, dass der Hut wohl schon voll sei. Dann fing es auch noch an zu schuetten und wir beschlossen, den Walk nach 4h zu beenden und in der Holly Hut zu uebernachten. Nach ungefaehr 3h Monopoly spielen wurde ein reichhaltiges Risotto gereicht, wir assen direkt aus dem Topf : )
Bevor wir dann tagsdrauf den Rueckweg einschlugen, ging es noch auf einem Seitenweg zu einem Wasserfall. Gut, dass wir die Rucksaecke in der Huette gelassen hatten, denn aufgrund des Regens am Tag zuvor wurde der Weg zum Huerdenlauf: glitschige Holzbolen, Matsch oder tiefe Pfuetzen. Ich war staendig am huepfen oder Balance halten um weder auszurutschen noch nasse Fuesse zu bekommen. Je naeher der Wasserfall kam, desto weniger sah der Weg nach Weg aus und wir mussten uns an Wurzeln hangeln und Baeumen festhalten. Ich fands cool!
Der Weg zurueck sah erst harmlos aus (und war auch noch bergab), allerdings wurde er dann zum Ende hin wie der Weg zum Wasserfall. Da jeder von uns mal die Balance verlor, hatten wir schoen was zum Lachen und auch sonst viel Spass! Nach 6h wandern kamen wir dann am Parkplatz an. Passives Sitzen im Auto hatten wir uns auf jeden Fall verdient!
Das Ziel war 1. ein guter Fish & Chips Shop in Hawera und 2. unser Farmstay Hostel. Wir bestellten so viel zu Essen, dass der Typ im Shop nur meinte, das wuerden wir nie aufgegessen bekommen. Haben wir auch nicht, dafuer haben sich die Schweine auf der Farm am naechsten Tag sehr ueber Pommes, Ananas und Hot Dogs (alles frittiert) gefreut. Der Farmer hatte uebrigens in seinem frueheren Leben mit Aktien gehandelt.
Da uns die Rueckroute durch Wanganui fuehrte, statten wir dem Wanganui River noch einen Besuch ab. Wir versuchten einen kleinen Walk, allerdings war die Kuhweide zu matschig fuer unsere Sneakers.
Zurueck in Welli fiel mir der erste Tag im Kartellamt richtig schwer. Allerdings hab ich schon 2/3 meiner Zeit hier rum - unglaublich, wie schnell das geht!. In 2 Wochen ist alles vorbei, Uni und Praktikum. Dann werd ich auch schon aus meiner WG ausziehen, heisst aber: meine Adresse bleibt bis zum 13. Januar dieselbe, mein Koffer bleibt auch in der WG mit den Sachen, die ich auf meinen Reisen bis dahin nicht brauche.
Ich
werd am 13. November losfahren (East Coast mit Belinda; Flug Auckland –
Christchurch; Reisen auf der Suedinsel zu den Orten, die ich noch nicht gesehen
habe (Gletscher, Queen-Charlotte-Track); Kajaken im Abel Tasman mit Anne und
Matt) und erst am 10. Dezember zurueck sein. Dann Graduation-Feier in Welli und
wieder los am 21. Dezember auf die Suedinsel mit Stef (Mt Cook, Queenstown).
Zurueck Anfang Januar, dann nach Auckland mit Matt zum Jose Gonzalez Konzert,
zurueck nach Welli und schliesslich Flug nach Sydney am 13. Januar. Und JA: ihr
duerft neidisch sein!!!
: -)
Das liebe Wetter ist Thema meines heutigen Beitrags, liebe Kinder. Nein, mal im Ernst. Da freut man sich, dass es Richtung Sommer geht, obwohl der Winter manchmal sogar recht warm war und dann regnet es und stuermt es und gewittert es in einer Tour. Am Sonntag war das ganze so stark, dass unsere Regenrinne an der Kueche blockierte und der Regen durch die Wand und die Decke in die Kueche lief. Da ich zum Glueck zu hause war, konnte ich Eimer aufstellen und aufwischen. Nach einer Regenpause fing es dann Dienstag nacht wieder an zu regnen. Um 3 Uhr morgens wurde ich von lauten Tropfgeraeuschen geweckt. Was war los? Meine Mitbewohnerin stand schon in der Kueche und hatte 3 Eimer aufgestellt. Dort, wo es am Sonntag von der Decke nur etwas getropft hatte, war jetzt ein halber Meter Riss und das Wasser schoss nur so raus. Krystina und ich mussten im Wechsel alle 20 min aus dem Bett aufstehen und die Eimer leeren. Ihr koennt euch vorstellen, dass Mittwoch ein harter Arbeitstag war! Am naechsten Tag organisierten wir jemanden, der die Rinne wieder freimachte und die Kueche ist wieder so wie sie sein sollte.
Allerdings meinten meine Kollegen, dass Sturm und Regen den Fruehling ausmachen! Am Montag erschien ich schon tropfenass im Kartellamt und das, obwohl ich nur 10 min laufen muss. Ich hatte Glueck, dass meine Hose bis zum Mittag trocknete, obwohl die Klimaanlage ziemlich kalt eingestellt ist. Ich hoffe, das passiert mir jetzt nicht jeden Morgen.
Mein Praktikum macht mir richtig Spass. Ich sitze im Grossraumbuero, mein Chef kann mir direkt auf den Bildschirm linsen, wenn er wollte. Das Kartellamt will seine "Kronzeugenregelung" fuer Kartellmitglieder (in Deutschland: Bonusregelung) ueberarbeiten und ich erstelle einen internationalen Vergleich an, analysiere Eingaben von Unternehmen und akademische Artikel ueber das Thema. Das ist sehr interessant, da ich noch nie in diesem Themengebiet gearbeitet habe und es nicht nur pures Recht betrifft, und abwechslungsreich, da ich auch Texte auf franzoesisch und deutsch lese. Mein erstes Feedback hatte ich gestern und ich war wohl schneller als erwartet. Hoffentlich gehen den Leuten damit nicht auch die Aufgaben aus! Schliesslich bin ich dort noch die naechsten 4 Wochen.
Anfang November habe ich noch einen letzten Abgabetermin fuer ein paper habe, allerdings kann ich nur am Wochenende daran arbeiten. Heute habe ich geschwaenzt und war auf Kapiti Island mit meinen Mitstudenten. Dort gibt es keine natuerlichen Feinde und deswegen viele Voegel, die auch keine Scheu vor Menschen haben.Wir liefen auf den Berg dort und genossen das ausnahmsweise sonnige Wetter am Meer... :-)
Fuer naechstes Wochenende ist ein Trip zum Mount Taranaki geplant. Wir wollen 2 Tage am Berg wandern und einen Tag ans Meer oder auf dem Wanganui River kajaken, je nach Wetter. Bis dahin heisst es Daumendruecken fuer Sonnenschein...
Kirche neben dem Parlament:
...hat begonnen und wir können die Sonne vor der Law School geniessen.
Und wo sieht man die neue Jahreszeit intensiver als im Botanischen Garten?
Am letzten Sonntag war Tulpen-Tag mit (angeblich) echten Holländern in Tracht und am Rollmops-Verkaufsstand.
Meine Woche war auch sonst sehr abwechslungsreich:
Cocktail-Party in meiner WG! Das hieß für die Mädels, das Cocktailkleid herausholen. Die Jungs kamen in Anzug und Fliege :-)
Die WG-Mädels. Schön aufgebrezelt!
Was nicht so schön war: mein Zahnarztbesuch. Auch wenn die Praxis ein Knaller war: Rezeptionsmädels im Anzug, Flatscreens im Wartezimmer (bitte, sagen Sie Bescheid, ob Sie lieber einen männlichen oder weiblichen Zahnarzt sehen möchten - die Toiletten sind hinten rechts - Werden Sie Teil unseres dynamischen Teams) und im Behandlungszimmer (direkt über dem Behandlungsstuhl, Tierfilme, sehr beruhigend), das weibl. Personal in High Heels auf Parkettboden. Ich war nervös wie blöd und leider hab ich immer noch Schmerzen. Hoffentlich wird es nächste Woche besser...
Die guten Sachen:
Mein Flug ist umgebucht! Ich komm am 25. Januar in Deutschland an. Vorher bin ich noch 2 Wochen in Australien. Das heißt, über Weihnachten und Sylvester bin ich in NZ und gespannt, mit wem ich so alles feiern werde. Ganz bestimmt werde ich jedenfalls nicht in Wellington sein, sondern irgendwo auf der Südinsel. Naja, bis dahin ist noch etwas Zeit.
Meine Graduationsfeier ist gebucht! Am 12. Dezember werde ich Talar und Barett tragen, um meine Urkunde entgegenzunehmen.
Ich habe endlich endlich einen Praktikumsplatz! Erstmal musste ich meine Dozentin aufgeschrecken, dass ich nicht den Platz in der Bürgerberatung im Vorort Porirua (20 min mit der Bahn) annehmen will. Und zwar auf keinen Fall, da ich nicht einsah, dass andere Leute Praktika im Ministerium bekommen, während ich dort hinkommen soll, wo ich vor 3 Monaten nicht hinwollte und immer noch nicht will. Da ich auf keinen Fall meinen Platz selber suchen durfte (hier hat die Uni echt total versagt. Unglaublich blöde Regeln machen einem das Leben schwer), konnte ich der Uni-Tante nur Email-adressen von guten Stellen geben und hoffen, dass sie sich dort meldet und sich nicht zu doof anstellt. Das hat auch geklappt: als allerletzte in meinem Kurs habe ich jetzt einen Platz in der Kartellbehörde von NZ gefunden! In meinem Vorstellungsgespräch am Donnerstag saß ich drei Leuten gegenüber und wurde Sachen gefragt wie: warum wollten Sie ausgerechnet zur Kartellbehörde? Hatten Sie schon mal ein Zeitproblem bei Ihren Projekten? Trauen Sie sich diese Aufgabe zu? Ja, das tue ich sehr wohl! Man bedenke, dass mein Praktikum nur ca. 5 Wochen dauern wird! Auch wenn das Gespräch sehr förmlich war für Kiwi-Verhältnisse, die Leute waren schon mal sehr nett und die Aufgabe hört sich auch superinteressant an. Wenn ich mehr über das Thema weiß (ich hatte ja noch nie etwas mit Kartellrecht am Hut), erfahrt ihr mehr. Ab nächste Woche muss ich also meinen einzigen Anzug ausführen (er hat ja auch 8 Monate auf seinen Auftritt gewartet) und werde schrecklich wichtig tun mit meiner Swipecard :-)
Am Montag werde ich mein vorletztes Paper abgeben, dass grosse wichtige mit 10.000 Wörtern. Dann bin ich wieder einen Schritt meinem Uni-Abschluss näher, yeah!
Und hier noch Fotos von heute, mein Ausflug mit Stef zu den Red Rocks in der Nähe von Welli: